Fotostory Bad Waldsee
  Seite 4  
     
Nur ein Werkzeug hat das kleine Storchenküken, um sich aus der
Eierschale zu befreien: den so genannten Eizahn.

Er sitzt wie ein Höcker an der Spitze des Oberschnabels.

Mit Hilfe dieser Struktur wird die Schale Millimeter für Millimeter

am stumpfen Pol des Eies durchbrochen.

                   

In winzigen Stücken drückt das Küken keilförmige Stücke aus der Schale heraus

und dreht sich dabei langsam um seine Längsachse.

Nach einer kompletten Drehung ist der stumpfe Pol des Eies abgelöst.

Dann kommen zuerst die Beinchen aus der Eierschale heraus.

Es dauert oft bis zu einem Tag, bis das knapp 80g schwere Küken schlüpft!
 
 
Der erste Jungstorch ist am 8.Mai gegen 12.10 Uhr geschlüpft
und abends waren sie zu  Zweit!
Nr.3 erblickte am 9. Mai  gegen Mittag das Licht der Welt.
Einfach Wunderbar...
 
Jetzt muss das wärmende Gefieder der Eltern die noch feuchten Küken trocknen
und die flaumigen Daunenfedern bauschen sich auf.

Man kann sich kaum noch vorstellen,

dass diese "großen" Küken vor kurzem noch Platz im Ei gefunden haben...

     
     
Die Webcam-Besucher stritten sich,
ob nun drei oder 4 Jungtiere im Nest zu sehen waren?
Nach meiner Meinung nach waren es 4 Jungtiere, aber nicht lange;
(deutlich zu sehen auf dem Bild vom 12.5.06 um 18.36 Uhr)
     
     
Willi und Laura sind nun immer abwechselnd auf Futtersuche.
Für die Kleinen werden Anfangs Regenwürmer, Insekten und Kaulquappen gesucht.
Später können sie auch größere Beute wie Schlangen, Fische,
Mäuse und Lurche fressen.
 
Die Jungstörche müssen von Anfang an die Beute im Ganzen verschlucken.
Die Eltern achten auch nicht darauf, ob alle satt geworden sind.
Nur die Stärksten überleben ... wer zuerst zuschnappt
bekommt den Happen!
     
     
Die Altstörche "regulieren" die Anzahl ihrer Jungen, wenn sie nicht
genug Futter finden oder feststellen,
dass eines der Jungen erkrankt oder zu schwach ist.
So sorgen die Elternvögel für eine sichere Aufzucht ihrer Küken. Es wird fast immer
nur ein Junges, dass schwächste Tier getötet (gefressen).
 
Dieses Verhalten ist in der Tierwelt nicht ungewöhnlich und kommt oft bei Greifvögeln,
Eulen und eben auch bei Störchen vor. Man nennt dies Kronismus.
     
 
Bei Wind und Regenwetter wird jetzt viel Nahrung herbei geschafft.
     
Allein ein ausgewachsener Storch braucht etwa 500 bis 700 Gramm Nahrung pro Tag,
also mehrere hundert Regenwürmer oder ungefähr 16 Mäuse.
     
     
Da waren es nur noch drei - aber die "fantastischen Drei"
     
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass auf dem Nestrand
schon seit längerem ein unausgebrütetes Ei liegt, welches nicht beachtet wird.
Die Störche kümmern sich nur um die Sachen, die im inneren,
weichen Kreis der Nestmulde liegen.
    
Bei einer Storchenfamilie im Spreewald ist es vorgekommen,
das ein Junges an den äußeren Rand des Nestes geschleudert wurde,
als es die zappelnde Schlange fressen wollte, die seine Mutter ihm anbot.
Ohne die Hilfe einiger Tierschützer, die es ins innere des Nestes zurücklegten,
wäre das Junge verendet, weil die Eltern es nicht mehr beachtet hätten.
     
  Weiter geht's auf  Seite 5  
     
  zurück / back   weiter / next 
     
     
     
© by E.Werner/Kreuztal/NRW/Germany